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Kubeben Pfeffer

Botanischer Name:
Piper cubeba L.

Botanische Familie:
Pfeffergewächse

Herkunft:
Indonesien (Insel Java)

Klassifikation:
Gewürz

Gewürzform:
Früchte

Geschmack:
bitter, eukalyptusartig

Geruch:
aromatisch, eukalyptusartig duftend

Verwendung:
In Gewürzmischungen, wie Ras el Hanout wird Kubeben Pfeffer verwendet. Auch als Alternative zu Nelkenpfeffer eignet sich Kubeben Pfeffer. Besonders gut eignet er sich zum Würzen von Fleisch- und Gemüsegerichten.

Tipp:
Seit der Antike verwendet man Kubeben Pfeffer als Heilmittel. Er wirkt schleimlösend und man gebraucht ihn gegen Atembeschwerden.

Wissenwertes:
Ernte: Die Früchte werden noch grün geerntet. Anschließend erfolgt die Trocknung in der Sonne, solange bis die Beeren ihre tief schwarze Farbe angenommen haben.

Rezeptvorschlag:
Wildnuss mit Kubeben Pfeffer-Soße: Die Wildnuss in einer Bratpfanne mit Butter 3-4 min. anbraten. Anschließend aus der Pfanne nehmen und warm halten. Schalotten 3-4 min. in der Pfanne anbraten. Etwas Cognac über die Schalotten geben und den Alkohol verkochen lassen. Etwas Senf unterrühren, etwas Brühe angießen und köcheln lassen. Ein paar Kubeben Pfefferkörner, etwas Sahne und ein wenig Salz hinzufügen. Gut aufkochen lassen und im Anschluss über das Wild geben.

Botanik:
Die Pfefferpflanze ist ein immergrüner Kletterstrauch und rankt sich bis zu einer Höhe von 9 m empor. Sie hat dunkelgrüne, ovale, ganzrandige, zugespitzte 7 bis 15 cm lange Blätter, denen kleine, unauffällige, weiße Blüten zu einer Ähre zusammengefasst gegenüberstehen. Aus den Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung einsamige Beerenfrüchte, die sich vom Grün zur Reifezeit in ein kräftiges Orangerot verfärben. Die Fruchtstände ähneln dann sehr den roten Johannisbeer-Träubchen. Jede Ähre trägt etwa 20 bis 30 erbsengroß werdende Beerenfrüchte.

Heimat & Verbreitung:
Die ursprüngliche Heimat des Pfeffer- Strauches sind die feuchtwarmen Monsunwälder Asiens, insbesondere die Küstenwälder der indischen Provinz Malabar. Heute wird der Pfeffer in den Tropen beiderseits des Äquators an vielen Stellen angebaut, hauptsächlich in Indien, auf Sri Lanka (früher: Ceylon) und in Indonesien, aber auch in Thailand, Vietnam, Malaysia, im Kongo-Becken, in Sierra Leone, auf den westindischen Inseln und in Brasilien.

Anbau & Gewinnung:
Die Pfefferpflanze liebt das feuchtwarme Seeklima der Tropen und bleibt gewöhnlich unter 500 m Höhe über dem Meer. Es gibt zwei Möglichkeiten der Vermehrung. Zum einen durch Anpflanzung von Stecklingen und zum anderen durch Samen. Die erste Ernte ist bei Stecklingensvermehrung nach 3 bis 4 Jahren möglich, bei der Vermehrung durch Samen kann die erste Ernte erst wesentlich später erfolgen. Ersteres ist somit die gängigere Methode. Im 7. oder 8. Jahr erreicht die Pflanze ihre volle Ertragsfähigkeit, jedoch lässt die Erntekapazität bereits nach dem 15. bis 20. Jahr erheblich nach. In der Regel werden Pflanzen schon nach dem 10. Jahr ersetzt. Die Ernte erfolgt zwei mal pro Jahr. Das Interessante beim Pfeffer ist, dass schwarzer und weißer Pfeffer von der gleichen Pflanze stammen. Der Unterschied besteht lediglich im Zeitpunkt der Ernte. Beim schwarzen Pfeffer werden die noch unreifen grünen Beeren gepflückt und im Anschluss gehäuft einige Tage zum Fermentieren gelagert. Danach werden die Beeren auf Matten ausgebreitet und in der Sonne getrocknet, solange bis sie runzelig und schwarzbraun geworden sind. Beim weißen Pfeffer werden die Beeren im Gegensatz zum schwarzen Pfeffer erst nach Ausreifung, also kurz vor der Rotverfärbung - zu diesem Zeitpunkt sind sie gelblichgrün - geerntet und anschließend verarbeitet. In Säcke gefüllt wird die Ernte nun in schwach fließendem Wasser etwa 8 Tage lang gewässert und danach von ihrer Haut befreit, sodass lediglich der Samen verbleibt. Die verbleibenden grauen Pfefferkörner werden nochmals gewaschen und für mehrere Tage zum Trocknen in der Sonne gelagert, wodurch sie ihre cremig-gelblich-weiße Farbe erhalten. Neben schwarzem und weißem Pfeffer findet man seit Jahren in immer größeren Mengen grünen Pfeffer. Wie bei der Herstellung von schwarzem Pfeffer werden auch hier die unreifen Beeren geerntet. Diese werden entweder in einer Salz- oder Essiglake eingelegt und konserviert oder in Spezialverfahren getrocknet.

Geschichte:
Seit uralter Zeit nimmt man Pfeffer zum Würzen von Speisen. In über 3000 Jahre alten Sanskritschriften seiner indischen Heimat wurde er unter dem Namen Pippari beschrieben. Im Zuge seiner Ausbreitung wurde daraus das griechische Péperi, die Römer nannten ihn Piper, das in England zum Pepper, in Deutschland zum Pfeffer und in Frankreich zum Poivre wurde. Erstmals kam der Pfeffer wohl durch phönizische Kaufleute in das Abendland. Er zählte später im antiken Rom zu den kostbarsten und begehrtesten Gewürzen. In dieser Zeit wurde Alexandria zum bedeutendsten Umschlagplatz des Pfefferhandels. Lange danach errichteten die Stadtstaaten Venedig und Genua zusammen mit den Arabern ein ziemlich vollkommenes Monopol des Gewürzhandels, das aber fast schlagartig zusammenbrach, als Vasco da Gama 1498 um das von ihm benannte Kap der Guten Hoffnung segelnd den Seeweg nach Indien entdeckte und mit einer reichen Ladung kostbarster Gewürze nach Portugal zurückkehrte. Die Portugiesen bauten ihrerseits ein lukratives Gewürzhandelsmonopol auf, und nun wurde Lissabon zum bedeutendsten Umschlagplatz für Gewürze und nach kurzer Zeit der reichste Hafen in dieser Zeit. Holländer brachten schließlich dieses Monopol zum Einsturz, als sie um das Jahr 1605 die Portugiesen von den Gewürzinseln und -küsten vertrieben. Umgehend kontrollierten sie dann selbst den Anbau und den Handel mit Pfeffer und anderen Gewürzen. Es dauerte allerdings nicht lange, da hatte sich besonders der Anbau von Pfeffer auf dem malayischen Archipel auch außerhalb der holländischen Kontrolle ausgebreitet. Mit dem verstärkten Angebot sanken die Preise und Profite im Laufe der Jahrzehnte immer mehr. Schließlich war Pfeffer nicht mehr länger exklusiven Schichten vorbehalten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kubeben-Pfeffer

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