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Kleine Gedenkschrift zum 25-jährigen Hartkorn Jubiläum

Kleine Gedenkschrift zum 25-jährigen Hartkorn Jubiläum

Im Laufe der Jahre sammelt sich oft einiges an und vieles gerät in Vergessenheit. Wir haben hier ein kleines Schätzchen gefunden, das über die ersten 25 Jahre der Hartkorn-Geschichte berichtet – wahrscheinlich die schwierigste Zeit des Unternehmens. In dieser Zeit hatte man nicht nur mit den üblichen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, der zweite Weltkrieg stand vor der Tür. Egal wie ausweglos die Situation schien, der Unternehmergeist konnte nicht gebrochen werden und das spürt man heute noch.

Folgende Fakten und Ereignisse konnten wir diesem Zeitzeugnis entlocken: 1920 erfolgte die Gründung der Firma Josef Hartkorn & Sohn, diese war quasi die Folge des zuvor verlorenen Krieges und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Hauptinitiator war Anton Hartkorn, welcher mit seinem Vater Josef den Grundstein für das Unternehmen legte. Als gelernter Drogist arbeitete Anton Hartkorn bereits im Kleinverkauf und erkannte die geschäftlichen Möglichkeiten der Branche. Die ersten Erzeugnisse waren Backpulver und Vanillezucker, später kamen Gewürze und medizinische Tees hinzu. Samstags, sonntags und montags wurde produziert und an den restlichen Tagen der Woche übernahm Anton Hartkorn den Vertrieb, teils zu Fuß teils mit dem Fahrrad. Ein fester Kundenkreis bestand in der Eifel, auf dem Hunsrück, im Mosel- und Nahetal, bis Idar-Oberstein. Nur mit viel Energie, vielen persönlichen Aufopferungen und dem starken Glauben an das Unternehmen konnte diese anstrengende Aufgabe gemeistert werden und die Aufgabenfelder wuchsen sttätig. 1924 wurde eine eigene Hausdruckerei gegründet in der der erste Arbeiter eingestellt wurde und später auch Christine Schemmer, die 1928 Anton Hartkorn heiratete. 

Das Unternehmen wurde immer stabiler und dank des festen Fundaments, gesunden Aufbaus und der fließenden Einnahmen wurden Schwierigkeiten und Rückschläge bewältigt. 1924 wurde auch der erste Außendienstmitarbeiter eingestellt, der für die Obermosel zuständig war. Das war ein voller Erfolg und man stellte weitere Vertreter ein. Die Produktion lief auf Hochtouren und 1925 wurde eine eigene kleine Gewürzmühle für die Backpulverproduktion aufgestellt und 4 bis 5 weitere Arbeitskräfte beschäftigte. Es folgte die erste Abfüllmaschine und 1928 umfasste die Gesamtbelegschaft 16 Köpfe. Im selben Jahr kam der erste Reisewagen, der das Geschäft noch mehr zum Rollen brachte und für die damalige Zeit innovativ war. In diesem Jahr haben sich die Gewürze als Verkaufsschlager herauskristallisiert. Da man nicht nur auf die Qualität der Ware großen Wert legte, sondern auch auf die Aufmachung der Produkte wurde ein eigener Drucker eingestellt, der für Satz und Druck zuständig war. 1930 kam ein zweiter Reisewagen, denn man wollte den Kundenkreis nicht nur pflegen, sondern auch erweitern. Neue Abfüllmaschinen und Gewürzmühlen kamen hinzu und weitere Produktions- und Lagerräume mussten her. 

1935 wurde das Nährmittelwerk gegründet, wo Vanillezucker, Back-, Pudding-, und Soßenpulver, Backaromen, Gelatine-Fabrikate und Kuchenzugaben produziert wurden. Ein Jahr später wurde die Kindernahrung „HARKOSO“, Dank seiner guten Qualität zum Marktführer. 1937-38 wurde im Zweischichten-System gearbeitet und auch in Österreich konnte man Kunden gewinnen und einen Vertreter einstellen. Trotz der Entfernung, der zahlreichen Kundschaft und der zuständigen Mitarbeiter wollte Anton Hartkorn nicht den persönlichen Bezug zum Kunden verlieren und suchte diese regelmäßig persönlich auf.

1939 brach der zweite Weltkrieg aus und bremste das Unternehmen in seiner vollen Entwicklung. Viele Mitarbeiter wurden für den Einsatz an der Front eingezogen und Last- sowie Personenwagen beschlagnahmt. Nicht nur der Mangel an Mitarbeitern belastete das Unternehmen, sondern auch das sogenannte Bezugsschein-System, deren Bearbeitung zusätzlich viel Zeit in Anspruch nahm. Überall musste man anpacken, improvisieren und organisieren. 1943 begannen die Bombenangriffe auch auf Koblenz. Unter körperlichen und seelischen Belastungen wurde das täglich notwendigste Arbeitsprogramm abgewickelt und die Kundenbeziehungen aufrecht erhalten. Bis 1944 haben die Mitarbeiter trotz direkter Lebensgefahr ihre Aufgaben erfüllt. 1945 lag Koblenz in Trümmern und es wurde ein Ausweichbüro und zwei Ausweichlager in der näheren Umgebung errichtet, die von Bombenangriffen auch nicht verschont blieben. Im März 1945 überstürzten sich die kriegerischen Ereignisse und der gesamte Geschäftsbetrieb ruhte für 14 Tage. Aber schon am 3. April, gleich nach der amerikanischen Besetzung wurde die Arbeit in Neuendorf wieder aufgenommen. Immer mehr Mitarbeiter fanden zurück zu Hartkorn, so dass man mit einer 30-Mann-Besetzung am Wiederaufbau und Ausbau arbeiten konnte. 

1946 wurde ein Zweigwerk in Marktbibart errichtet. Trotz der Kriegsjahre blieb die Qualität der Erzeugnisse immer gut und inzwischen waren auch die amerikanische und französische Militärregierung von der hohen Qualität überzeugt. Hartkorn wurde beauftragt eine hochwertige Kindernahrung zu schaffen. 


Hier ein paar Illustrationen aus dem Heft:







Schlagwörter: news geschichte jubiläum

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