Anis gehört zu den ältesten Gewürzen Europas. Die kleinen, graubraunen Früchte Fructus Anisi stammen von Pimpinella anisum, einem einjährigen Doldenblütler aus dem östlichen Mittelmeerraum. Botanisch handelt es sich um Spaltfrüchte, im Alltag spricht man meist von Anissamen.
Typisch ist ein süßliches, warmes Aroma, das an Lakritz erinnert. Verantwortlich dafür ist vor allem der Aromastoff Anethol, der auch in Sternanis und Fenchel vorkommt. Anis schmeckt jedoch feiner und etwas blumiger als Sternanis.
In Deutschland ist Anis vor allem aus der Weihnachtsbäckerei bekannt: in Springerle, Lebkuchen und Pfeffernüssen. Er passt aber auch zu Brot, Apfel- und Birnenkompott, zu Fisch und Meeresfrüchten. Rund ums Mittelmeer aromatisiert er Spirituosen wie Ouzo, Raki oder Pastis.
Ganze Anisfrüchte halten ihr Aroma länger. Kurz vor der Verwendung im Mörser anstoßen oder frisch mahlen, dann kommt das Aroma am besten zur Geltung.